Hotelkette Marriott soll 110 Millionen Euro Bußgeld zahlen

Thorben Wengert / pixelio.de

99,2 Mio. britische Pfund, also umgerechnet rund 110 Mio. Euro plant die Datenschutzaufsicht ICO (Information Commissioner's Office) in Großbritannien gegen die Hotelkette Marriott auf Grund von Datenschutzverstößen zu verhängen. Dass die DSGVO Grundlage für fast schon drakonisch anmutende Bußgelder ist, war ausdrücklich Wunsch des Gesetzgebers, aber warum kommt die Aufsichtsbehörde bei Marriott zu solch einer hohen Summe?

Der Grund hierfür ist eine 2018 an die Öffentlichkeit gedrungene Hackingattacke beim Tochterunternehmen Starwood. Hierbei sind allem Anschein nach 339 Millionen Kunden aus der Reservierungsdatenbank kopiert worden. Dabei konnten die Angreifer nicht nur Namen und Adressinformationen abgreifen, sondern auch vertrauliche Daten wie Pass- und Kreditkartennummern, teilweise sogar unverschlüsselt, seien den Datendieben wohl in die Hände gefallen.

Offiziellen Berichten zufolge haben die Täter bereits 2014 Zugriff auf die Server von Starwood erlangt, 2016 wurde Starwood von Mariott aufgekauft. Jedoch erst Ende 2018 fiel das Datenleck auf. Die nun sanktionierte Verletzungshandlung im Sinne der DSGVO sieht die Datenschutzbehörde in der fehlende Prüfung Mariotts bei der Übernahme und die ungenügende Schaffung valider IT-Sicherheit im Nachgang.

Das von der ICO avisierte Bußgeld ist allerdings noch nicht rechtskräftig. In einem nun folgenden Anhörungsprozess kann und wird Mariott Stellung nehmen und versuchen, diese Strafe zu reduzieren.

Dennoch bleibt die Erkenntnis: Die Europäischen Datenschutzaufsichtsbehörden nutzen die neuen Möglichkeiten empfindliche Bußgelder zu verhängen konsequent. Die Investition in professionellen Datenschutz kombiniert mit wirksamer IT-Sicherheit schützt davor, zumal der mögliche Imageverlust oftmals Unternehmen noch dauerhafter belastet, als eventuelle Bußgelder.


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